Arbeitskreis mardorfer dorfgeschichte 
So klingt Mardorfer Platt


Wiederentdeckt: Limericks 

von Bernd Mann


Der Limerick ist ursprünglich eine englische Gedichtart. Wahrscheinlich wurde er deshalb nach der irischen Stadt Limerick benannt, weil in einem der ersten derartigen Fünfzeiler der Name Limerick vorkommt. (Es gibt aber noch andere Erklärungen!) 

Die Reimfolge ist
a - a - b - b - a, wobei die a-Zeilen 3 Hebungen und die b-Zeilen 2 Hebungen aufweisen.
Häufig steht in der ersten Zeile eine (mehr oder weniger sinnvolle) Ortsbestimmung (um des Reimes Willen). Auch die Reime werden oft mit Gewalt angepasst (Reim’ dich, oder ich fress’ dich!).

Hier ein Original (mündlich überliefert von einem Mitarbeiter am University College in Swansea, Wales Ende 1972):

There was a young Lady from Ryde.
She ate some green apples and died.
The apples fermented
inside the lamented,
making cider inside her inside.


Deutsche Übersetzung (von mir Ende 1972):


Da war eine Dame aus Roth.
Die aß unreife Äpfel zum Brot.
Die Äpfel, die goren,
da war sie verloren.
Der Rauscher, der machte sie tot.


und nun in Platt (aktuell entstanden!):


Doo kuum ei jung Maadje en Nuud.
Doas ass groasgriine Äbbil zoum Bruud.
Em Boach worr doas Wai,
doas woar goar nit fai.
Der Äbbilwai moacht se fast duud.